Unter der Prämisse das Schulgebäude als Ort zu begreifen mit dem man etwas macht, wendet sich die Freie Klasse besonders an die KunsterzieherInnen der Münchner Schulen, das Angebot einen öffentlichen Schulraum zu nutzen an Ihre SchülerInnen weiterzureichen. Diese Überlegung sind auch eine Reaktion auf die jüngsten schulpolitischen Planungen des bayrischen Kultusministeriums. Die Einführung des G8 und der kommenden Reform der Oberstufe hat eine nicht unerhebliche Reduzierung des Kunst- wie des Musikunterrichts zur Folge. Damit verliert das Fach Kunst weiter seine ästhetisch-künstlerische als auch seine kunst- und bildwissenschaftliche Bedeutung, die es durch intensive bildnerisch-praktische Arbeit, durch die Vertiefung in zentrale kunstgeschichtliche Themenbereiche und die kompetente Befragung der Bilder unserer Mediengesellschaft bewiesen hat.
Zudem setzen ständig steigende Stundendeputate und Klassengrößen einer intensiven künstlerischen Betreuung weitere Grenzen. Die Hervorbringung künstlerischer Erzeugnisse und kreativer, auch radikal subjektiver und eigensinniger Ideen und Konzepte gehörte bisher zum elementaren Selbstverständnis des Faches Kunst, egal an welcher Bildungseinrichtung. Wie aber sollen Kinder und Jugendliche, genauso wie Studierende ihren Eigensinn zu Interessen und Leidenschaften kultivieren, wenn ihnen nicht nur immer weniger Zeit sondern auch immer weniger (Spiel)Raum dazu bleibt?

Die Freie Klasse versucht in ihrem Projekt u. a. den Mangel an ästhetischer Bildung an den unter Aufsicht des Staates stehenden Schulen zu korrigieren, indem sie einen öffentlichen Raum anbietet, für die ausgelagerte Aktivierung von Eigensinn, nachhaltig natürlich.

Konkret:
In dem Zeitraum vom. 23.09.06 bis 12.11.06 steht in München, Lincolnstraße, Freigelände etwa auf Höhe Hausnummer 60 eine Architektur mit ca. 80 qm Grundfläche. Der Bau wird als Schule bezeichnet und kann von Ihren Schülern eigenverantwortlich für Aktivitäten jeglicher Art genutzt werden kann.
Der Innenraum ist leer, eine Bestuhlung sowie einige Arbeitstische sind vorhanden. Für Beleuchtung und notfalls Beheizung wird gesorgt. Wasseranschluss ist nicht gegeben (es handelt sich ja um einen sog. „Fliegenden Bau“).

Möglich ist die Nutzung für Projekte, Aktionen, Vorführungen, Kurse usw. Um Doppelbelegungen zu vermeiden erscheint es sinnvoll eine geplante Nutzung der Freien Klasse zur Koordinierung mitzuteilen.

Ansprechpartner:
FREIE KLASSE München
Rosenheimer Straße 40, 81667 München

Gottfried Weber Jobe,
Tel. 089 4480481 oder Mobil 0171 4169393

Wolfgang Groh Tel. 089 703502

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